Wissenswertes

341

Das  traditionelle Wissen der Q’eros über die spirituelle Tradition der Inka

Die Q’eros leben abgelegen in den Hochanden von Peru. Aus diesem Grund der Abgeschiedenheit wurde das spirituelle Wissen der Inka bis zur heutigen Zeit bewahrt. jetzt ist dieses enorme Wissen wieder zugänglich und aktueller denn je. Die westliche Welt hat auch aus historischen Gründen heraus das Wissen unserer Vorfahren  bezüglich der kosmischen Gesetzen verloren. Dieses Wissen um die Harmonie im Universum wird von den Q´eros  mit Bescheidenheit, Respekt und einer natürlichen Selbstverständlichkeit im Alltag gelebt.

Kausay – Kosmos aus lebendiger Energie

In der Kosmologie der Inka besteht die Welt aus lebendiger, leichter Energie, Alles ist mit Allem verbunden. Diese lebendige Energie wird Kausay genannt und ist mit dem aus der indischen Tradition “Prana” der fernöstlichen Tradition “Chi” oder “Ki” vergleichbar, oder dem Alleins.

Sami und Hucha – leichte und schwere Energie

Kausay, die lebendige Energie, kann sich für uns leicht oder schwer anfühlen.

Sami ist leichte, lebendige Energie und

Hucha ist schwere Energie.

Sami fühlt sich leicht, unbeschwert und fließend an. Das Gefühl ist sehr angenehm.

Hucha ist keine negative Energie, diese Wertung/Bewertung ist in der andinen Tradition nicht gebräuchlich.

Hucha bedeutet, dass die Energie derzeit nicht fliesst oder in mir stockt. Daher befinde ich mich nicht im Fluss der Energie. Es wird aber gelehrt, dass man jederzeit damit umgehen kann, damit sich keine Krankheiten entwickeln (ein gesunder Geist in einem gesunden Körper), und/oder Lebensprobleme in den verschiedenen Lebensbereichen entstehen können oder bestehen.

Die beiden wichtigsten Grundübungen der andinen Tradition sind: Saminchakuy und Saywachakuy  , Prof. Juan Nunez del Prado nennt es „die Übungen für Kinder“ in den Anden.

So einfach wie sie umzusetzen sind, so effektiv und kraftvoll können sie uns unterstützen, wenn sie regelmäßig und bei Bedarf angewendet werden.

Sie dienen zur Reinigung und Stärkung der Inneren Welt. Sie lassen uns die Fülle in uns erfahren und legen unseren inneren Wesenskern – in der Tradition der Q´eros „Inka – Samen“ , auch der „göttliche Funke „ in der westlichen Welt genannt,  frei, um in Einklang mit unseren Bestimmungen und Kompetenzen aktiv handeln zu können.

Uku Pacha – Untere Welt

bedeutet auf Quechua, der alten Sprache der Inka, „Untere Welt“. Die Erde kann jede Art von schwere Energie transformieren, nichts ist zu schwer für sie. Mutter Erde nimmt die schwere Energie und transformiert sie in leichte Energie. Hier nehme ich sehr gerne den Vergleich des kompostieren. Durch das Abgeben von „Abfall“entsteht durch kompostieren fruchtbarer Kompost, der mit seiner immensen Kraft neues Leben gibt und bestehendes Leben düngt, sprich die vorhandene Erde bereichert um den Pflanzen die Kraft zu geben zu wachsen und reich Früchte zu tragen. Meine Lehrer sagen gerne: „nichts ist zu schwer, Mutter Erde freut sich darauf, für sie ist es ein leckeres Desert.“

In der Unteren Welt gibt es viele Energien oder Wesen. Es gibt eine Übung, mit der wir in die untere Welt gehen und um gewisse Dinge bitten. Wir bieten im Austausch Geschenke an. Ein wenig erinnert es an die Sagen von Siegfried und König Alberich aus dem Nibelungenlied.  Prof. Juan Nunez del Prado und sein Sohn Ivan Nunez del Prado berichteten über diese Wesen, dass sie nicht um den materiellen Wert von Dingen wissen, somit können wir mit Ihnen verhandeln, besser noch, wir lassen unsere Helfer mit ihnen verhandeln.

Kay Pacha – Mittlere Welt

bedeutet auf Quechua, der alten Sprache der Inka, „Mittlere Welt“. Die Mittlere Welt ist die Welt in der wir leben, die Welt unserer Erfahrungen. Sie repräsentiert “wer wir sind”. In der Mittleren Welt erfahren wir unsere schwere Energie (Sorgen und Ängste), unsere Gaben und unsere Essenz, von der wir stammen. In der Inkatradition ist die Sonne unser Vater, wir sind Kinder der Sonne. Das heißt unser Ursprung ist das Licht. Und alles was vom Licht kommt ist lebendig.
Daher sind wir nicht auf der Erde uns zu verurteilen, sondern unsere Gaben und Träume in dieser Realität zu verwirklichen. Damit wir das tun können, ist es wichtig die schwere Energie abzugeben.

Wenn wir erkannt haben, wer wir sind, erkennen wir, dass wir eins mit dem Kosmos sind.

Das Symboltier für diese Welt ist der Puma. Der Puma hat viele Bedeutungen. Eine der großen Lehren des Puma ist, dass es das Tier mit dem kleinsten Ego ist. Der Puma hat keinen Wunsch, gesehen zu werden. Er tut, was nötig ist für sein Überleben und sucht nicht die Aufmerksamkeit von anderen. Man sieht den Puma nicht, sondern nur das Ergebnis dessen wo er war.

In der der mittleren Welt lernen wir nach den kosmischen Gesetzen zu leben. Ich bezeichne es gerne als Aktion = Reaktion

Hanaq Pacha – Obere Welt

bedeutet auf Quechua, der alten Sprache der Inka, „Obere Welt“, die Welt des Lichts, des Göttlichen.

Die Apukunas (Spirits der Berge) befinden sich in der vielschichtigen Oberen Welt ebenso wie Jesus, Mutter Maria, Maria Magdalena , oder die Heiligen aus der christlichen oder jeder anderen Tradition das Äquivalent . Daher fiel es den Inka im 16. Jhd. nicht schwer, als die Spanier in ihr Land kamen, die christlichen Vorstellungen in ihr Weltbild zu integrieren.

Das Herz öffnet sich, man ist im Munay (Liebe und Wille), wenn man Ayni mit den Menschen und der Umwelt, der Natur, im Gleichgewicht von Geben und Nehmen ist.

Apus – die Spirits der Berge

Für die Bewohner der Anden sind die Apus oder Apukunas die wichtigsten Vertreter der Lichtwesen aus der oberen Welt. Apus leben in den Bergen und die Menschen in den Hochanden sprechen täglich mit ihnen. Sie sind eine Brücke zwischen der Mittleren Welt und der Oberen Welt. Die Mensch, Tiere, Pflanzen und Mineralien um einen Berg stehen unter dem Schutz eines Apus.  Mit einem Apu kann jeder Menschen arbeiten, egal ob er in der Nähe oder Ferne ist. Sobald ein Apu gerufen wird, entsteht eine Verbindung. für die Menschen der Anden ist es sehr wichtig, in Harmonie mit den Apus zu leben.

Die Apus (Wächter) sind wie die Ahnen, wie weise Großväter sorgen sie für die Menschen und wollen uns ihr Wissen vermitteln und uns in den verschiedensten Situationen des Lebens helfen..

Die überwiegende Zahl der Apus in den Anden sind männlich, es gibt jedoch auch weibliche Apus.

Teqse Apus – universelle Apus

Neben den Spirits der Berge in den Anden gibt es auch universelle Apus, die überall auf der Erde verfügbar sind. Hierzu zählen laut Prof. Juan Nunez del Prado der Wind, die Sonne, der Mond, das Wasser, die Erde, Jesus und die Hlg. Maria. Diese werden oft in die Anrufungen der Paqos einbezogen.

Die drei Pfade in der Inka Tradition – Munay, Llankay, Jachay

Die drei Pfade als kosmisches Gesetz werden seit der frühesten Zeit weitergegeben. Munay ist der Weg der Liebe, gleich Liebe und Wille, die Liebe für alles was uns umgibt. Llankay ist die Tatkraft oder das Handeln in dieser Realität als eine Segnung unseres individuellen Ausdrucks. Jachay ist Weisheit die wir in uns tragen, die die Öffnung des Herzens für das Verständnis des Kosmos ermöglicht. Munay ist der mittlere Pfad, Llankay der linke Pfad, Jachay der rechte Pfad in der Inka – Tradition.

Prof. Juan Nunez del Prado hatte sehr bedeutende Lehrer auf allen drei Pfaden.

Don Benito Qoriwaman war Meister von Jachay, dem rechten Pfad, dem Pfad von Jachay

Don Andres Espinoza Meister von Munay auf dem mittleren Pfad, dem Pfad von Munay

Don Melchor Deza sein Lehrer auf dem linken Pfad, dem Pfad von Llankay.

Despacho

„Das Despacho ist ein Geschenk – ein Zurückgeben dessen, was wir jeden Tag in unserem Leben erhalten. Wir versuchen, durch die Despacho-Zeremonie eine Brücke zwischen gewöhnlichen und ungewöhnlichen Bereichen zu schlagen, neue Beziehungsmuster und Möglichkeiten zu etablieren. Es stellt eine Verbindung her zwischen unseren drei Interaktionszentren im Kaypacha (dem physischen Universum), unserem Llankay (unserer persönlichen Kraft und Handlungsquelle, die sich in unserem Solarplexus befindet), unserem Munay (die Quelle unserer Liebe, die sich in unserem Herzauge befindet) und unser Yachay (Weisheit, die aus unserer Stirn oder unserem „dritten Auge“ stammt).“

Definition nach Meg Beeler