Wissenswertes

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Das  traditionelle Wissen der Q’eros über die spirituelle Tradition der Inka

Die Q’eros leben abgelegen in den Hochanden von Peru. Aus diesem Grund der Abgeschiedenheit wurde das spirituelle Wissen der Inka bis zur heutigen Zeit bewahrt. jetzt ist dieses enorme Wissen wieder zugänglich und aktueller denn je. Die westliche Welt hat auch aus historischen Gründen heraus das Wissen unserer Vorfahren  bezüglich der kosmischen Gesetzen verloren. Dieses Wissen um die Harmonie im Universum wird von den Q´eros  mit Bescheidenheit, Respekt und einer natürlichen Selbstverständlichkeit im Alltag gelebt.

Kausay – Kosmos aus lebendiger Energie

In der Kosmologie der Inka besteht die Welt aus lebendiger, leichter Energie, Alles ist mit Allem verbunden. Diese lebendige Energie wird Kausay genannt und ist mit dem aus der indischen Tradition “Prana” der fernöstlichen Tradition “Chi” oder “Ki” vergleichbar, oder dem Alleins.

Sami und Hucha – leichte und schwere Energie

Kausay, die lebendige Energie, kann sich für uns leicht oder schwer anfühlen.

Sami ist leichte, lebendige Energie und

Hucha ist schwere Energie.

Sami fühlt sich leicht, unbeschwert und fließend an. Das Gefühl ist sehr angenehm.

Hucha ist keine negative Energie, diese Wertung/Bewertung ist in der andinen Tradition nicht gebräuchlich.

Hucha bedeutet, dass die Energie derzeit nicht fliesst oder in mir stockt. Daher befinde ich mich nicht im Fluss der Energie. Es wird aber gelehrt, dass man jederzeit damit umgehen kann, damit sich keine Krankheiten entwickeln (ein gesunder Geist in einem gesunden Körper), und/oder Lebensprobleme in den verschiedenen Lebensbereichen entstehen können oder bestehen.

Die beiden wichtigsten Grundübungen der andinen Tradition sind: Saminchakuy und Saywachakuy  , Prof. Juan Nunez del Prado nennt es „die Übungen für Kinder“ in den Anden.

So einfach wie sie umzusetzen sind, so effektiv und kraftvoll können sie uns unterstützen, wenn sie regelmäßig und bei Bedarf angewendet werden.

Sie dienen zur Reinigung und Stärkung der Inneren Welt. Sie lassen uns die Fülle in uns erfahren und legen unseren inneren Wesenskern – in der Tradition der Q´eros „Inka – Samen“ , auch der „göttliche Funke „ in der westlichen Welt genannt,  frei, um in Einklang mit unseren Bestimmungen und Kompetenzen aktiv handeln zu können.

Uku Pacha – Untere Welt

bedeutet auf Quechua, der alten Sprache der Inka, „Untere Welt“. Die Erde kann jede Art von schwere Energie transformieren, nichts ist zu schwer für sie. Mutter Erde nimmt die schwere Energie und transformiert sie in leichte Energie. Hier nehme ich sehr gerne den Vergleich des kompostieren. Durch das Abgeben von „Abfall“entsteht durch kompostieren fruchtbarer Kompost, der mit seiner immensen Kraft neues Leben gibt und bestehendes Leben düngt, sprich die vorhandene Erde bereichert um den Pflanzen die Kraft zu geben zu wachsen und reich Früchte zu tragen. Meine Lehrer sagen gerne: „nichts ist zu schwer, Mutter Erde freut sich darauf, für sie ist es ein leckeres Desert.“

In der Unteren Welt gibt es viele Energien oder Wesen. Es gibt eine Übung, mit der wir in die untere Welt gehen und um gewisse Dinge bitten. Wir bieten im Austausch Geschenke an. Ein wenig erinnert es an die Sagen von Siegfried und König Alberich aus dem Nibelungenlied.  Prof. Juan Nunez del Prado und sein Sohn Ivan Nunez del Prado berichteten über diese Wesen, dass sie nicht um den materiellen Wert von Dingen wissen, somit können wir mit Ihnen verhandeln, besser noch, wir lassen unsere Helfer mit ihnen verhandeln.

Kay Pacha – Mittlere Welt

bedeutet auf Quechua, der alten Sprache der Inka, „Mittlere Welt“. Die Mittlere Welt ist die Welt in der wir leben, die Welt unserer Erfahrungen. Sie repräsentiert “wer wir sind”. In der Mittleren Welt erfahren wir unsere schwere Energie (Sorgen und Ängste), unsere Gaben und unsere Essenz, von der wir stammen. In der Inka – Tradition ist die Sonne unser Vater, wir sind die Kinder der Sonne,  das bedeutet, unser Ursprung ist das Licht,  alles was Licht ist, ist lebendig.
Daher sind wir nicht auf der Erde uns zu verurteilen, sondern unsere Gaben und Träume in dieser Realität zu verwirklichen. Damit wir das tun können, ist es wichtig die schwere Energie abzugeben.

Wenn wir erkannt haben, wer wir sind, erkennen wir, dass wir eins mit dem Kosmos sind.

In der der mittleren Welt lernen wir nach den kosmischen Gesetzen zu leben. Ich bezeichne es gerne als Aktion = Reaktion

Hanaq Pacha – Obere Welt

bedeutet auf Quechua, der alten Sprache der Inka, „Obere Welt“, die Welt des Lichts, des Göttlichen.

Die Apukunas (Spirits der Berge) befinden sich in der vielschichtigen Oberen Welt ebenso wie Jesus, Mutter Maria, Maria Magdalena , oder die Heiligen aus der christlichen oder jeder anderen Tradition das Äquivalent . Daher fiel es den Inka im 16. Jhd. nicht schwer, als die Spanier in ihr Land kamen, die christlichen Vorstellungen in ihr Weltbild zu integrieren.

Das Herz öffnet sich, man ist im Munay (Liebe und Wille), wenn man Ayni mit den Menschen und der Umwelt, der Natur, im Gleichgewicht von Geben und Nehmen ist.

Apus – die Spirits der Berge

Für die Bewohner der Anden sind die Apus oder Apukunas die wichtigsten Vertreter der Lichtwesen aus der oberen Welt. Apus leben in den Bergen und die Menschen in den Hochanden sprechen täglich mit ihnen. Sie sind eine Brücke zwischen der Mittleren Welt und der Oberen Welt. Die Mensch, Tiere, Pflanzen und Mineralien um einen Berg stehen unter dem Schutz eines Apus.  Mit einem Apu kann jeder Menschen arbeiten, egal ob er in der Nähe oder Ferne ist. Sobald ein Apu gerufen wird, entsteht eine Verbindung. für die Menschen der Anden ist es sehr wichtig, in Harmonie mit den Apus zu leben.

Die Apus (Wächter) sind wie die Ahnen, wie unsere weisen Großväter und Großmütter, so sorgen sie für die Menschen und wollen uns ihr Wissen und ihre Weisheit vermitteln und uns in den verschiedensten Situationen des Lebens helfen..

Die überwiegende Zahl der Apus in den Anden sind männlich, es gibt jedoch auch weibliche Apus.

Teqse Apus – universelle Apus

Neben den Spirits der Berge in den Anden gibt es auch universelle Apus, die überall auf der Erde verfügbar sind. Hierzu zählen laut Prof. Juan Nunez del Prado der Wind, die Sonne, der Mond, das Wasser, die Erde, Jesus und die Hlg. Maria. Diese werden oft in die Anrufungen der Paqos einbezogen.

Die drei Pfade in der Inka Tradition – Munay, Llankay, Jachay

Die drei Pfade als kosmisches Gesetz werden seit der frühesten Zeit weitergegeben. Munay ist der Weg der Liebe, gleich Liebe und Wille, die Liebe für alles was uns umgibt. Llankay ist die Tatkraft oder das Handeln in dieser Realität als eine Segnung unseres individuellen Ausdrucks. Jachay ist Weisheit die wir in uns tragen, die die Öffnung des Herzens für das Verständnis des Kosmos ermöglicht. Munay ist der mittlere Pfad, Llankay der linke Pfad, Jachay der rechte Pfad in der Inka – Tradition.

Prof. Juan Nunez del Prado hatte sehr bedeutende Lehrer auf allen drei Pfaden.
Don Benito Qoriwaman war Meister von Jachay, dem rechten Pfad, dem Pfad von Jachay
Don Andres Espinoza Meister von Munay auf dem mittleren Pfad, dem Pfad von Munay
Don Melchor Deza sein Lehrer auf dem linken Pfad, dem Pfad von Llankay.

Despacho

„Das Despacho ist ein Geschenk – ein Zurückgeben dessen, was wir jeden Tag in unserem Leben erhalten. Wir versuchen, durch die Despacho-Zeremonie eine Brücke zwischen gewöhnlichen und ungewöhnlichen Bereichen zu schlagen, neue Beziehungsmuster und Möglichkeiten zu etablieren. Es stellt eine Verbindung her zwischen unseren drei Interaktionszentren im Kaypacha (dem physischen Universum), unserem Llankay (unserer persönlichen Kraft und Handlungsquelle, die sich in unserem Solarplexus befindet), unserem Munay (die Quelle unserer Liebe, die sich in unserem Herzauge befindet) und unser Yachay (Weisheit, die aus unserer Stirn oder unserem „dritten Auge“ stammt).“

Definition nach Meg Beeler

Mesa

Ist das rituelle Tuch, dass alle Khuyas (Steine) und energetisch aufgeladenen Objekte enthält, die der Paqo während seiner Ausbildung oder Invitationen erhält. Sie wird bei Zeremonien benutzt oder bei Behandlungen und Spirituellen Heilungen. Verliert ein Paqo seine Mesa / Misha, stellt es für ihn kein Problem dar, er erstellt sich eine neue, indem er sich mit der jeweiligen Energie z.B. der Initiation verbindet und neue Objekte damit auffüllt.

Wörterbuch:

A

1. Aini / Ayni – Gegenseitigkeit, solidarischer Austausch

→ Ayni ist eines der wichtigsten Prinzipien der andinen Weltanschauung. Es beschreibt das Wechselspiel von Geben und Nehmen, das in der Natur, zwischen Menschen und spirituellen Wesen existiert.

  • Beispiel: Wenn ein Bauer seinem Nachbarn hilft, eine Mauer zu bauen, wird der Nachbar später mit einer anderen Arbeit oder Gabe zurückzahlen.
  • Spirituelle Bedeutung: Ayni gilt auch für den Austausch zwischen Mensch und Natur. Wer Pachamama (Mutter Erde) gibt (z. B. durch Opfergaben), erhält Wohlstand und Gesundheit zurück.

2. Apus – Berggeister, Schutzgötter der Anden

Apus sind heilige Berge, die als lebendige Wesen und Schutzgeister der Gemeinschaft verehrt werden.

  • Jeder Apu hat eine eigene Energie: Manche geben Stärke, andere helfen bei Fruchtbarkeit oder Schutz.
  • Rituale: Andine Priester (Paqos) rufen die Apus in Zeremonien an, oft mit Kokablättern und Opfergaben.

3. Aya – Geist, Seele, Verstorbener

→ Aya kann zwei Bedeutungen haben:

  • Die Seele eines Verstorbenen: Im Quechua-Glauben leben Ahnengeister weiter und können mit den Lebenden kommunizieren.
  • Ein Geist oder spirituelle Energie: In manchen Ritualen wird mit den Ayas Kontakt aufgenommen, um Führung zu erhalten.

4. Anka – Adler, Symbol für Weisheit und Freiheit

→ Der Anka / Condor ist eines der wichtigsten Totemtiere der Anden.

  • Spirituelle Bedeutung: Der Adler gilt als Vermittler zwischen Himmel und Erde. Er symbolisiert höheres Bewusstsein und spirituelle Einsicht.
  • In manchen Zeremonien ruft man den Anka an, um Klarheit zu erhalten.

5. Achachila – Geist der Ahnen, Schutzwesen

→ Achachilas sind Ahnengeister, die besonders in der Hochlandkultur von Bolivien als Schutzgeister für Berge, Flüsse und Dörfer gelten.

  • Man bringt ihnen Opfergaben (z. B. Koka oder Alkohol), um um Schutz und Führung zu bitten.
  • Sie können das Wetter beeinflussen, indem sie Regen oder Trockenheit bringen.

6. Aqha – Maisbier (Chicha), heiliges Getränk

→ Chicha de Jora (fermentiertes Maisbier) ist eines der ältesten Getränke der Anden und spielt eine wichtige Rolle in Zeremonien.

  • Spirituelle Bedeutung: Chicha wird Pachamama geopfert, bevor sie getrunken wird.
  • Ritueller Gebrauch: In vielen Zeremonien gießt man einen Schluck Chicha auf den Boden, bevor man selbst trinkt („Pachamama Waykuy“ – „Ein Schluck für die Erde“).

7. Allin Kawsay – Gutes Leben, harmonisches Dasein

→ Ein zentrales Konzept des andinen Denkens, das sich mit der Idee des Gleichgewichts zwischen Mensch, Natur und Spiritualität befasst.

  • Allin Kawsay bedeutet nicht nur materiellen Wohlstand, sondern auch spirituelle und emotionale Harmonie.
  • Das Gegenteil davon ist „Mana Allin Kawsay“ – ein Leben in Disharmonie oder Ungleichgewicht.

8. Ama llulla, ama sua, ama k’ella – Die drei Inka-Gebote

→ „Nicht lügen, nicht stehlen, nicht faul sein“ – ein grundlegender ethischer Kodex des Inka-Reiches.

  • Ama llulla (nicht lügen) → Wahrheit und Ehrlichkeit stehen im Mittelpunkt einer harmonischen Gesellschaft.
  • Ama sua (nicht stehlen) → Alles gehört der Gemeinschaft, und Wohlstand wird durch Zusammenarbeit erreicht.
  • Ama k’ella (nicht faul sein) → Arbeit ist heilig, besonders wenn sie im Sinne der Gemeinschaft oder Pachamama verrichtet wird.

9. Apuq – Hohe spirituelle Autorität oder Ältester

→ Apuq oder Apusqa ist ein Titel für angesehene spirituelle Führer, Schamanen oder politische Autoritäten.

  • Ein Apuq hat tiefes Wissen über Rituale, Heilmethoden und die Kosmovision.
  • Manche andinen Gemeinschaften wählen einen Apuq als spirituellen Führer für ihre Rituale und Heilungszeremonien.

10. Atuq – Fuchs, Symbol für Schläue und Transformation

→ Der Fuchs (Atuq) ist in der andinen Mythologie ein „Trickser“

  • Positiver Aspekt: Intelligenz, Anpassungsfähigkeit, Lernfähigkeit.
  • Negativer Aspekt: Täuschung, Manipulation – manchmal gilt er als „Listiger Dieb“.
  • In Ritualen kann der Atuq erscheinen, wenn eine Person einen klugen oder strategischen Weg finden muss.

11. Ayllu – Gemeinschaft, Familienverband

→ Ein Ayllu ist die traditionelle soziale Struktur in den Anden, in der mehrere Familien als Einheit zusammenleben.

  • Kollektiver Besitz: Land und Ressourcen gehören allen und werden geteilt.
  • Gemeinsame Arbeit: Landwirtschaft, Bauarbeiten und Rituale werden gemeinsam durchgeführt.

12. Amaru – Schlange, Symbol für Weisheit und Transformation

→ Die Amaru ist eine mythische Schlange, die tief mit spiritueller Weisheit und Heilung verbunden ist.

  • Symbol für Transformation: Die Schlange häutet sich → Erneuerung, spirituelles Wachstum.
  • Verbindung mit Wasser und Fruchtbarkeit: In manchen Traditionen bringt die Amaru den Regen.

13. Antisuyu – Eine der vier Provinzen des Inka-Reiches

→ Das Inka-Reich war in vier große Gebiete (Suyus) unterteilt.

  • Antisuyu war der östliche Teil, wo der Regenwald beginnt.
  • Die dort lebenden Völker hatten tiefes Wissen über Pflanzenmedizin und Heilrituale.

14. Arariwa – Hüter der Ernte

→ Ein Arariwa war eine Person, die die Ernte bewachte und sicherstellte, dass sie gerecht verteilt wurde.

  • In Zeremonien wurden sie um Segen für eine reiche Ernte gebeten.

15. Anqas – Blau, Farbe des Himmels und des Wassers

→ Blau symbolisiert in der andinen Kosmovision die Verbindung zum Kosmos und zum Wasser.

  • Spirituelle Bedeutung: Weisheit, Kommunikation mit den Apus, Reinigung.

C / K

1. Chakana – Andenkreuz, Symbol der Kosmovision

→ Die Chakana ist eines der wichtigsten Symbole der andinen Kosmovision. Sie stellt die Verbindung zwischen den drei Welten dar:

  • Hanan Pacha – Oberwelt (der Himmel, die Götter, das Universum).
  • Kay Pacha – Mittelwelt (die Erde, das Hier und Jetzt, die Menschen).
  • Uku Pacha – Unterwelt (Ahnen, verborgene Kräfte, Transformation).
  • Spirituelle Bedeutung:
    • Sie wird oft in Ritualen verwendet, um den Kontakt mit der geistigen Welt zu erleichtern.
    • Sie steht für Harmonie und Balance zwischen den Welten.

2. Ch’ulla – Ungleichgewicht

→ In der andinen Heilkunde bedeutet Ch’ulla ein energetisches oder spirituelles Ungleichgewicht.

  • Wenn ein Mensch aus dem Gleichgewicht fällt (körperlich, seelisch oder spirituell), kann das zu Krankheiten führen.
  • Heilung bedeutet, wieder in den Zustand des Gleichgewichts zurückzukehren.

3. Ch’aska – Venus, Morgenstern

→ Ch’aska wird mit Licht, Liebe und Schutz verbunden.

  • Für Frauen ist Ch’aska ein Symbol der Schönheit und Reinheit.
  • Für Reisende ist sie ein Zeichen, dass sie sicher unterwegs sind.
  • In Ritualen wird sie oft angerufen, wenn man Klarheit über eine Situation erhalten möchte.

4. Chullpa – Begräbnisturm für Ahnen

→ Chullpas sind prä-Inka-Grabanlagen, in denen die Toten in Embryonalstellung beigesetzt wurden.

  • Warum Embryonalstellung? → Symbolisiert die Rückkehr in Pachamamas Schoß, um in eine neue Existenz überzugehen.
  • Heilige Orte: Chullpas gelten als Energiezentren und werden in Zeremonien besucht.

5. Ch’ampa rumi – Heilerstein

→ Ein Heilstein, der in der andinen Medizin verwendet wird.

  • Spirituelle Funktion:
    • Wird genutzt, um Krankheiten oder negative Energie aus dem Körper zu entfernen.
    • Manche Schamanen verwenden ihn in Reinigungsritualen, indem sie ihn über den Körper der Person führen.

6. Ch’alla – Segnungsritual für Pachamama

→ Ch’alla ist ein Dankesritual für Pachamama, bei dem Chicha (Maisbier), Alkohol oder Blätter auf den Boden gegossen werden.

  • Wann wird es gemacht?
    • Vor einer Reise, um Schutz zu erbitten.
    • Nach der Ernte, um Dankbarkeit zu zeigen.
    • Beim Bau eines Hauses, um das neue Zuhause zu segnen.

7. Ch’uyu – Reinheit, Sauberkeit

→ Spirituelle Bedeutung:

  • Ch’uyu bezeichnet nicht nur physische Reinheit, sondern auch innere Klarheit.
  • In Reinigungsritualen wird z. B. Wasser oder weißer Rauch verwendet, um Ch’uyu zu erlangen.

8. K’intu – Heilige Kokablätter für Opfergaben

→ K’intu ist eine dreiblättrige Gabe aus Kokablättern, die für Zeremonien verwendet wird.

  • Warum drei Blätter? → Sie stehen für die drei Welten der andinen Kosmovision.
  • Wie wird es genutzt?
    • Man bläst sanft über die Blätter, um eine Botschaft an Pachamama oder die Apus zu senden.
    • In Ritualen kann man sie dem Feuer übergeben, um Schutz oder Führung zu erbitten.

9. Kawsay – Lebenskraft, das Prinzip des Lebens

→ Kawsay bedeutet Leben in einem ganzheitlichen Sinne.

  • Es umfasst alles Lebendige, nicht nur Menschen, sondern auch Pflanzen, Tiere, Flüsse und Berge.
  • Verbunden mit der spirituellen Energie der Natur → Wenn Kawsay gestört wird, entsteht Krankheit oder Unruhe.

10. Kallariy – Neubeginn

→ Ein Neubeginn, ein Aufbruch in eine neue Phase des Lebens.

  • Rituelle Bedeutung:
    • Man kann Kallariy in Ritualen nutzen, um sich auf eine neue Reise vorzubereiten.
    • Besonders bedeutend bei Sonnenwenden oder spirituellen Einweihungen.

11. Killa – Mond, heilige Himmelserscheinung

→ Mama Killa (Mutter Mond) ist die Göttin des Mondes und wird oft mit Fruchtbarkeit und weiblicher Energie assoziiert.

  • Spirituelle Bedeutung:
    • Sie wacht über Frauen und deren Zyklen.
    • In manchen Zeremonien wird das Mondlicht genutzt, um Energien zu reinigen.

12. K’uychi – Regenbogen, Symbol für Transformation

→ Der Regenbogen (K’uychi) ist ein Zeichen für Harmonie und göttliche Verbindung.

  • Er wurde von den Inka als Symbol der Einheit zwischen den Welten gesehen.
  • In der modernen andinen Kultur ist die Regenbogenflagge ein Zeichen indigener Identität.

13. K’uyuriy – Erschütterung, Transformation

→ Ein tiefgehender Wandel, der das Leben oder das spirituelle Bewusstsein verändert.

  • Kann positiv oder herausfordernd sein.
  • Schamanen nutzen K’uyuriy in Heilritualen, um alte Energien aufzulösen.

14. Kamay – Energie, die Leben erschafft

→ Kamay ist die schöpferische Kraft des Universums.

  • Ohne Kamay gäbe es kein Leben.
  • In Heilritualen ruft der Schamane Kamay an, um Heilung oder Transformation herbeizuführen.

15. Kuraka – Anführer eines Ayllu (Gemeinschaftsführer)

→ Ein Kuraka war der spirituelle und politische Anführer eines Dorfes oder einer Gemeinschaft.

  • Er kümmerte sich um die Verteilung von Ressourcen und organisierte Feste und Rituale.
  • Heute existiert der Titel noch in manchen indigenen Gemeinschaften.

M

1. Machu – Alt, weise

→ Machu bedeutet „alt“, wird aber oft als Ehrentitel für weise Älteste verwendet.

  • In der Kosmovision sind ältere Menschen Bewahrer des Wissens und genießen hohen Respekt.
  • Spirituelle Bedeutung: Alter steht für Weisheit, Erfahrung und Verbindung zu den Ahnen.

2. Manka – Tontopf für traditionelle Speisen

→ Ein Manka (oder Manka P’uytu) ist ein traditioneller Kochtopf aus Ton.

  • Symbol für Ernährung und Gemeinschaft, da viele Gerichte (z. B. Quinoa-Suppe) gemeinsam in einem Manka gekocht und geteilt werden.
  • Spirituelle Bedeutung: Der Manka wird oft mit Pachamama verbunden, weil er aus Erde (Ton) gemacht ist.

3. Misa – Zeremonialbündel für Heilungs- und Dankesrituale

→ Eine Misa ist ein heiliges Bündel, das in Ritualen verwendet wird.

  • Sie enthält Objekte wie Heilsteine, Kokablätter, Federn oder Amulette.
  • Heilende Funktion: Eine Misa speichert Energie und kann genutzt werden, um Menschen oder Orte zu segnen.
  • Schamanische Praxis: Andine Heiler (Paqos) öffnen ihre Misa bei Zeremonien, um spirituelle Arbeit zu leisten.

4. Mullu – Heilige Meeresmuschel für spirituelle Opfergaben

→ Eine Mullu (Spondylus-Muschel) war eine der heiligsten Opfergaben der Anden.

  • Symbol für Wasser, Fruchtbarkeit und Leben.
  • Rituelle Nutzung: Wurde in Opfergaben für den Regen und das Meer verwendet.
  • Kosmische Bedeutung: Man glaubte, dass die Mullu Nachrichten zwischen den Göttern und den Menschen übermittelt.

5. Mama Quilla – Mondgöttin, Hüterin der Frauen

→ Die Mondgöttin „Mama Quilla“ wurde besonders von Frauen verehrt.

  • Sie ist die Schwester und Frau von Inti (der Sonnengott).
  • Ihre Kraft beeinflusst Wasser, Fruchtbarkeit und Emotionen.
  • Rituale zu Ehren von Mama Quilla wurden oft bei Vollmond durchgeführt.

6. Muyu – Samen, Symbol für den Kreislauf des Lebens

→ Muyu ist das Symbol für Geburt, Wachstum, Tod und Wiedergeburt.

  • In der Landwirtschaft ist der Samen das Geschenk von Pachamama, das keimt und sich erneuert.
  • Spirituell betrachtet: Alles beginnt mit einem kleinen Samen – sei es Wissen, eine Idee oder ein spiritueller Weg.

7. Misti – Vulkan, aber auch Bezeichnung für Nicht-Indigene

→ Der Vulkan Misti in Peru ist einer der bekanntesten Berge.

  • In der Kosmovision haben Vulkane eine besondere spirituelle Energie – sie sind „schlafende Apus“.
  • „Misti“ wurde auch zur Bezeichnung für Nicht-Indigene (Mestizen), da sie oft in der Nähe des Vulkans lebten.

8. Munay – Liebe, harmonische Energie, Herzensweisheit

→ Munay ist die Energie der bedingungslosen Liebe in der andinen Kosmovision.

  • Es ist die höchste Form der Liebe, die nicht an Bedingungen gebunden ist.
  • Munay steht auch für Mitgefühl und Einheit mit der Natur.
  • Spirituelle Praxis: In der Paqo-Tradition (Schamanismus) wird Munay als „Kraft des Herzens“ betrachtet.

9. Misk’i – Süß, angenehme Energie

→ Misk’i bedeutet „süß“, wird aber auch für sanfte, liebevolle Energie verwendet.

  • Süße Nahrung wie Honig oder Chicha wird oft in Ritualen für Pachamama verwendet.
  • In der Sprache wird jemand, der freundlich und sanftmütig ist, als „Misk’i runa“ (sanfter Mensch) bezeichnet.

10. Mita – Gemeinschaftsdienst, eine Form kollektiver Arbeit

→ Mita war das Arbeitssystem des Inka-Reiches, bei dem alle für das Gemeinwohl arbeiteten.

  • Beispiel: Menschen bauten zusammen Terrassenfelder oder Tempel.
  • Heute noch sichtbar: In indigenen Dörfern gibt es noch kollektive Arbeitstage, die auf diesem Prinzip basieren.

11. Mayu – Fluss, Symbol für das Leben

→ Flüsse werden in der andinen Tradition als lebendige Wesen angesehen.

  • Mayu bedeutet auch „kosmischer Fluss“, die Milchstraße.
  • Ein Fluss bringt Leben, aber er kann auch zerstören – daher ist Respekt wichtig.
  • Rituale mit Wasser: Menschen bitten Flüsse um Reinigung und Transformation.

12. Maqt’a – Jugendlicher oder junger Krieger

→ Ein „Maqt’a“ ist ein junger Mann, oft im rituellen oder kriegerischen Kontext.

  • In manchen Regionen gibt es noch „Maqt’a-Feste“, wo junge Männer in symbolischen Kämpfen getestet werden.

13. Mikhuy – Essen, Nahrung aufnehmen

→ Essen ist in der andinen Tradition nicht nur Nahrungsaufnahme, sondern eine heilige Handlung.

  • Das erste Essen wird oft Pachamama geopfert.
  • Bestimmte Speisen haben rituelle Bedeutung: Chicha, Mais, Quinoa gelten als Gaben der Götter.

14. Maqay – Umarmen, Schützen

→ Maqay bedeutet sowohl physische Umarmung als auch spirituelle Fürsorge.

  • In Zeremonien wird Maqay als Schutzritual genutzt.
  • Eine spirituelle Umarmung kann auch mit Energiearbeit durchgeführt werden.

15. Maka – Ein traditionelles Heil-Instrument

→ Maka ist eine Art hölzerne Peitsche oder Rute, die für Reinigungsrituale verwendet wird.

  • In der andinen Heilkunde wird sie verwendet, um Krankheiten oder negative Energie zu vertreiben.
  • Schamanen schlagen sanft auf den Körper der Person, um Blockaden zu lösen.

16. Mosoq – Neu, das Neue

→ Mosoq bedeutet „neu“ oder „das Neue, das kommt“.

  • Beispiel: „Mosoq Wata“ = „Neues Jahr“.
  • Spirituelle Bedeutung: Es steht für Neuanfänge, Transformation und neue Lebensabschnitte.

17. Mikhuna – Nahrung, Essen

→ Während „Mikhuy“ das Essen als Handlung beschreibt, bezeichnet „Mikhuna“ das Essen selbst.

  • Bestimmte Speisen wie Mais und Kartoffeln sind heilig, weil sie von Pachamama geschenkt wurden.

18. Mach’aqway – Schlange, Symbol für die Unterwelt

→ Die Schlange (Mach’aqway) ist das Symbol der Unterwelt (Uku Pacha) und der Transformation.

  • In Zeremonien wird sie als spiritueller Lehrer angesehen.
  • Schlangensichtungen gelten als Zeichen für Veränderung oder spirituelles Erwachen.

P

1. Pachamama – Mutter Erde, Göttin der Fruchtbarkeit

→ Pachamama ist die zentrale Göttin der andinen Kosmovision und wird als Mutter Erde verehrt.

  • Sie ist die Quelle allen Lebens – gibt Nahrung, Wasser, Schutz und Heilung.
  • Rituale zu Ehren von Pachamama beinhalten Opfergaben (Koka, Chicha, Blumen, Lama-Fett), die in den Boden eingegraben oder verbrannt werden.
  • Der Monat August ist traditionell der Monat der Pachamama, in dem besonders viele Dankesrituale abgehalten werden.

2. Paqo – Andiner Priester, Heiler, Schamane

→ Ein Paqo ist ein spiritueller Heiler und Energiearbeiter, der mit den Naturkräften verbunden ist.

  • Es gibt verschiedene Arten von Paqos:
    • Altomesayoq: Ein fortgeschrittener Paqo, der mit Apus (Berggeistern) arbeitet.
    • Pampamesayoq: Ein Heiler, der sich auf Pachamama und Pflanzenmedizin spezialisiert.
  • Paqos arbeiten mit Ritualen, Opfergaben, Gebeten und Energiearbeit, um Menschen zu heilen und das Gleichgewicht wiederherzustellen.

3. Pukuy – Ritual des Blasens auf Kokablättern

→ In den Anden wird über Kokablätter geblasen, um Gebete oder Absichten an die Natur weiterzugeben.

  • Wie funktioniert das?
    • Drei Kokablätter (K’intu) werden zwischen die Finger gelegt.
    • Man bläst sanft darauf, um seine Gedanken oder Gebete an Pachamama oder die Apus zu schicken.
    • Dann werden sie entweder auf den Boden gelegt oder ins Feuer gegeben.

4. Pachakuti – Kosmischer Wandel, Zeitenwende

→ Pachakuti bedeutet eine Umkehr oder tiefgehende Transformation der Welt.

  • Pacha = Zeit/Raum, Kuti = Umkehr/Wandel → „Die Zeit kehrt sich um.“
  • In der Inka-Kosmovision wurden Epochen als Pachakuti bezeichnet.
    • Der berühmte Inka-Herrscher Pachakutiq bekam seinen Namen, weil er das Reich veränderte.
  • In der spirituellen Praxis: Wenn jemand einen tiefen spirituellen Wandel erlebt, spricht man von einem „persönlichen Pachakuti“.

5. Pirwa / Pirqa – Vorratskammer, Symbol für Wohlstand

→ Ein Pirwa war eine Getreidespeicher-Kammer in der Inka-Zeit.

  • Die Inka verwalteten Lebensmittel gemeinschaftlich und lagerten Überschüsse in Pirwas für Notzeiten.
  • Symbolische Bedeutung: Eine Pirwa steht für Reichtum, Sicherheit und vorausschauende Planung.

6. Pana – Schwester in einer andinen Familie

→ Pana bedeutet „Schwester“, hat aber in der andinen Kosmovision eine tiefere Bedeutung:

  • In spirituellen Linien wird eine spirituelle Schwester oder Partnerin auch als „Pana“ bezeichnet.
  • Das Gegenteil ist „Turi“ (Bruder).

7. Puma – Krafttier, Symbol für Mut und Macht

→ Der Puma ist eines der drei heiligen Tiere der Anden (neben Kondor und Schlange).

  • Er repräsentiert die mittlere Welt (Kay Pacha), die Welt der Menschen.
  • Spirituelle Eigenschaften des Pumas: Mut, Kraft, Durchsetzungsvermögen, Entschlossenheit.
  • In einigen Ritualen ruft man den Puma an, um innere Stärke zu finden.

8. Pachayachachiq – Der Wissende, spiritueller Lehrer

→ Ein Pachayachachiq ist jemand, der das Wissen über die andine Kosmovision lehrt.

  • Er ist ein Lehrer und Vermittler zwischen den Generationen.
  • Ein fortgeschrittener Paqo kann diesen Titel erhalten.

9. Pata – Terrasse, in der andinen Landwirtschaft genutzt

→ „Pata“ bedeutet „Stufe“ oder „Terrasse“.

  • Die Inka entwickelten terrassenförmige Felder (Andenes), um steile Berghänge zu bewirtschaften.
  • Symbolisch steht Pata für Wachstum in Stufen – sowohl in der Landwirtschaft als auch im spirituellen Leben.

10. Phuyu – Wolke, Symbol für Veränderung

→ Phuyu (Wolken) haben in der andinen Tradition verschiedene Bedeutungen:

  • Regen bringende Wolken → Zeichen für Fruchtbarkeit und Wachstum.
  • Dunkle Gewitterwolken → Zeichen für Wandel, aber auch für Herausforderungen.
  • Spirituelle Bedeutung: Manche Schamanen „lesen“ Wolkenformationen, um Vorhersagen zu treffen.

11. Pillku – Rot, Farbe des Lebens

→ In den Anden hat jede Farbe eine spirituelle Bedeutung:

  • Pillku (Rot) steht für Leben, Energie und Feuer.
  • In Ritualen wird rote Farbe oft für Schutz und Kraft eingesetzt.

12. Pampachay – Vergeben, Versöhnung

→ „Pampachay“ bedeutet „etwas bedecken oder begraben“, aber im übertragenen Sinn bedeutet es „jemandem vergeben“.

  • In der Kosmovision ist Vergebung wichtig, um Harmonie zu bewahren.
  • In Zeremonien kann Pampachay ein Ritual sein, um alte Wunden energetisch zu heilen.

13. Pichay – Reinigen, säubern

→ Pichay bedeutet sowohl physische als auch energetische Reinigung.

  • In spirituellen Ritualen wird Wasser, Rauch oder Blätter genutzt, um eine Person zu reinigen.
  • Schamanen verwenden Copal oder Palo Santo, um Energie zu klären.

14. Pampamisayuq – Erdpriester, Heiler

→ Ein Pampamisayuq ist ein Heiler, der sich besonders auf die Verbindung mit Pachamama spezialisiert.

  • Er nutzt Erde, Pflanzen und Wasser für seine Heilrituale.
  • Viele Pampamisayuq arbeiten mit Opfergaben für die Erde (Despachos).

15. Panaqa – Adelige Familie in der Inka-Hierarchie

→ Die Panaqas waren die königlichen Clans des Inka-Reiches.

  • Jeder Inka-Herrscher hatte seine eigene Panaqa, die nach seinem Tod weiterexistierte und seine Rituale bewahrte.
  • Heute gibt es indigene Familien, die sich als direkte Nachkommen dieser Linien betrachten.

Q

1. Q’ero – Indigene Gemeinschaft, Bewahrer der Inka-Weisheit

→ Die Q’ero-Nation ist eine der letzten indigenen Gemeinschaften, die die spirituelle Tradition der Inka bewahrt hat.

  • Sie leben in den peruanischen Anden und gelten als die Hüter des ursprünglichen andinen Schamanismus.
  • Ihre Heiler (Paqos) praktizieren alte Rituale mit Kokablättern, Despachos (Opfergaben) und Energiearbeit.
  • Q’ero-Schamanen lehren weltweit die Prinzipien der andinen Kosmovision.

2. Qhapaq Ñan – Der große Inka-Weg

→ Ein riesiges Netzwerk von Straßen (über 30.000 km), das das Inka-Reich verband.

  • Qhapaq = edel, Ñan = Weg → „Der edle Weg“.
  • Es war nicht nur eine Handelsstraße, sondern auch ein spiritueller Pilgerweg zu heiligen Orten (Huacas).
  • Heute noch sind Teile des Weges erhalten und werden für Pilgerfahrten genutzt.

3. Q’uwa – Opfergabe für Pachamama

→ Eine Q’uwa ist eine rituelle Opfergabe für die Erde, die Apus oder andere spirituelle Wesen.

  • Besteht oft aus: Kokablättern, Chicha, Süßigkeiten, Lama-Fett, Blumen, Wolle und heiligen Steinen.
  • Ziel: Dankbarkeit zeigen, Schutz erbitten oder Heilung anregen.
  • Wird in einem Despacho-Ritual verbrannt oder in die Erde eingegraben.

4. Q’aya – Morgen, Zukunft

→ Q’aya bedeutet nicht nur „morgen“ als Tageszeit, sondern auch „die Zukunft“.

  • In spirituellen Zeremonien steht Q’aya für das, was noch kommt, für Potenzial und Veränderung.

5. Q’ipi – Bündel, das Lastenträger auf dem Rücken tragen

→ Traditionelles Bündel aus Tüchern, das Lasten oder zeremonielle Objekte enthält.

  • Chasquis (Läufer des Inka-Reiches) trugen Q’ipis mit Nachrichten oder Opfergaben über lange Strecken.
  • Spirituelle Bedeutung: Ein „Q’ipi“ kann auch die Last der Vergangenheit symbolisieren, die man in Heilritualen ablegt.

6. Q’illqa – Schrift, Zeichen für Kommunikation

→ Die Inka hatten keine Schriftsprache, aber sie nutzten „Quipus“ (Knotenschrift), um Informationen zu übermitteln.

  • Q’illqa bezieht sich auf Symbole oder Zeichen, die für spirituelle Kommunikation genutzt werden.
  • In Zeremonien werden Symbole in den Boden gezeichnet, um Energie zu lenken.

7. Qocha – See, Wasserquelle, heiliges Element

→ Qocha bedeutet „See“ oder „Lagune“ und ist ein spiritueller Kraftort.

  • Viele Qochas sind mit Gottheiten verbunden.
    • Beispiel: Der Titicaca-See gilt als Geburtsort der ersten Inka-Herrscher.
  • Wasseropfer (Yaku-Despachos) werden an Qochas durchgeführt, um Reinigung und Fruchtbarkeit zu erbitten.

8. Qaray – Nahrung geben, symbolisiert Fülle

→ „Qaray“ ist mehr als nur das Geben von Nahrung – es bedeutet, den göttlichen Kreislauf der Fülle zu erhalten.

  • In Zeremonien wird Pachamama zuerst „gefüttert“, bevor man selbst isst.
  • Wer großzügig gibt, wird von der Natur belohnt.

9. Qhalli – Lied oder Gesang, oft spirituell oder rituell

→ Rituelle Lieder begleiten andine Zeremonien und helfen, Energien zu lenken.

  • Musik wird zur Heilung genutzt – Paqos singen oft Lieder, um Krankheiten oder negative Energie zu vertreiben.

10. Q’incha – Rauch, der bei Reinigungsritualen genutzt wird

→ Rauch von Copal, Palo Santo oder Coca wird genutzt, um Räume und Menschen zu reinigen.

  • Q’incha ist ein Mittel, um sich mit den spirituellen Kräften zu verbinden.

11. Q’aya Pacha – Die kommende Welt

→ In der andinen Kosmovision gibt es die Vorstellung, dass eine neue Welt (Q’aya Pacha) entstehen wird.

  • Es ist die Zukunftsepoche, in der Harmonie zwischen Mensch, Natur und Kosmos wiederhergestellt wird.

12. Q’ocha Runa – Wasser-Mensch, spirituelle Heiler

→ Eine besondere Art von Heiler, die mit Wasser arbeitet.

  • Heilungen mit kalten Bergseen oder Quellen sind weit verbreitet.

13. Q’ara – Nackt, entblößt, roh

→ Wird verwendet, um etwas Unvollständiges oder Entblößtes zu beschreiben.

  • „Q’ara Runa“ (nackter Mensch) bedeutet auch „jemand ohne spirituelle Wurzeln“.

14. Qhatu – Markt, Ort des Austauschs

→ Ein Markt in den Anden ist mehr als nur ein Handelsplatz – es ist ein Ort des sozialen und energetischen Austauschs.

  • Spirituelle Heiler verkaufen dort auch Amulette oder Heilpflanzen.

15. Qhapariy – Rufen, ausrufen

→ Wird oft für rituelle Rufe in Zeremonien genutzt.

  • Ein Schamane kann ein Qhapariy ausstoßen, um die Geister oder Apus zu rufen.

16. Qhispichiy – Befreien, erlösen

→ Ein Befreiungsritual, bei dem alte Blockaden oder Energien gelöst werden.

  • In Heilungszeremonien wird oft darum gebeten, dass eine Person „Qhispichiy“ erhält.

17. Qhawaq – Seher, Visionär

→ Jemand, der die Zukunft oder verborgene Energien sehen kann.

  • Ein Qhawaq kann durch Träume oder Kokablätter in die Zukunft blicken.

18. Qhari Warmi – Mann-Frau, Gleichgewicht zwischen Energien

→ In der Kosmovision ist das Gleichgewicht zwischen männlicher und weiblicher Energie essenziell.

  • „Qhari Warmi“ beschreibt die perfekte Balance zwischen zwei Kräften.

S

1. Sami – Gute Energie, Segen, Lebensessenz

→ Sami ist die feine, leichte Energie des Universums, die Leben und Harmonie bringt.

  • Das Gegenteil von Sami ist Hucha (schwere, blockierte Energie).
  • Schamanen ziehen Sami in Heilungsritualen an, um Blockaden zu lösen.
  • Wer im Einklang mit der Natur lebt, empfängt mehr Sami.

2. Sumaq Kawsay – Gutes Leben im Gleichgewicht

→ Ein philosophisches Konzept, das sich auf ein harmonisches Leben mit der Natur und der Gemeinschaft bezieht.

  • Wird oft mit der Idee eines nachhaltigen Lebensstils verbunden.
  • Es geht um Respekt für Pachamama und die Weisheit der Ahnen.

3. Suri – Strauß, Symbol für Anmut und Schnelligkeit

→ In der andinen Mythologie steht der Suri für Bewegung und Flexibilität.

  • Schamanen rufen die Energie des Suri an, wenn schnelle Entscheidungen oder Anpassungen nötig sind.
  • Die Federn des Suri werden in Zeremonien für Schutz und Schnelligkeit verwendet.

4. Saqra – Schelmischer Geist, Trickster

→ Saqra-Geister sind weder gut noch böse – sie sind schelmische Naturwesen.

  • Sie fordern Menschen heraus, klug und vorsichtig zu sein.
  • In manchen Ritualen wird Saqra Energie als Test oder Herausforderung erlebt.

5. Siku – Panflöte, heiliges Musikinstrument

→ Die Siku ist ein traditionelles Anden-Instrument mit tiefer spiritueller Bedeutung.

  • Wird oft bei Festen und Ritualen gespielt.
  • Die Musik wird als Gebet an Pachamama und die Apus betrachtet.

6. Sallqa – Wilde Natur, unberührte Landschaften

→ Sallqa bezeichnet Gebiete, die nicht von Menschen geformt wurden.

  • Wilde Natur wird als Ort besonderer Energien betrachtet.
  • Viele Schamanen ziehen sich in Sallqa zurück, um spirituelle Visionen zu empfangen.

7. Sacha – Wald oder Baum, Symbol für Stärke

→ Sacha bedeutet „Wald“ oder „Baum“ und repräsentiert Schutz und Verbindung zur Erde.

  • Bäume gelten als weise Wesen, die mit Pachamama kommunizieren.
  • Ein „Sacha Runa“ (Waldmensch) ist jemand, der in tiefer Verbindung mit der Natur steht.

8. Saywa – Heiliger Stein, Orientierungspunkt

→ Saywas sind heilige Steine, die zur Orientierung auf spirituellen Wegen oder Inka-Straßen dienten.

  • Sie markieren oft heilige Stätten oder Orte mit hoher Energie.
  • Schamanen nutzen Saywas in Ritualen, um Kräfte zu bündeln.

9. Supay – Geistwesen, oft als Dämon betrachtet

→ Supay kann entweder als herausfordernde oder zerstörerische Energie erscheinen.

  • In der andinen Tradition sind Supay nicht nur böse, sondern auch Lehrmeister.
  • Es gibt Tänze (z. B. in Bolivien), bei denen die Supay als Trickster dargestellt werden.

10. Sami Ñawi – Das dritte Auge, spirituelle Wahrnehmung

→ Ñawi bedeutet „Auge“, und Sami Ñawi ist das spirituelle Bewusstseinszentrum.

  • Schamanen arbeiten mit diesem Zentrum, um in andere Dimensionen zu blicken.
  • Kokablatt-Lesen oder Meditation kann helfen, das dritte Auge zu öffnen.

11. Saphi – Wurzel, Ursprung

→ Saphi bedeutet Wurzel, sowohl im physischen als auch im spirituellen Sinn.

  • Menschen ohne Wurzeln gelten als „q’ara“ (ohne Identität, nackt).
  • Schamanen arbeiten oft daran, dass Menschen ihre Saphi finden, um in Balance zu leben.

12. Sayariy – Aufstehen, sich erheben

→ Steht für spirituelles Erwachen oder auch für einen Neubeginn.

  • Ein Mensch, der Sayariy erlebt, befreit sich von Blockaden oder begrenzendem Denken.
  • Wird oft als Motto in Zeremonien genutzt: „Sayariy, kay pacha!“ („Erhebe dich in dieser Welt!“)

13. Sullpay – Dankbarkeit ausdrücken

→ Sullpay ist eine der wichtigsten spirituellen Praktiken in den Anden.

  • Wer Dankbarkeit zeigt, zieht gute Energie (Sami) an.
  • Rituale wie das Trinken von Chicha oder das Opfern von Kokablättern sind Ausdruck von Sullpay.

14. Sunqu – Herz, Seele

→ Sunqu ist das Zentrum der Emotionen und der spirituellen Energie.

  • Das Herz (Sunqu) ist nicht nur ein Organ, sondern eine Brücke zur spirituellen Welt.
  • Schamanen sagen, dass wahre Heilung im Sunqu beginnt.

15. Suti – Name, Identität

→ Ein Name (Suti) ist nicht nur eine Bezeichnung, sondern eine Energieform.

  • Ein neuer Name kann eine spirituelle Wiedergeburt bedeuten.
  • Schamanen geben oft heilige Namen an Schüler weiter.

16. Sacha Inchi – Heilige Anden-Erdnuss

→ Eine heilige Pflanze, die für Gesundheit und Wohlstand steht.

  • Ihr Öl wird für Heilungen genutzt.
  • Sie symbolisiert Nahrung aus dem Kosmos.

17. Saqsaywaman – Name einer heiligen Inka-Stätte

→ „Der gesättigte Falke“ ist eine der wichtigsten Inka-Zeremonialstätten in Cusco.

  • Schamanen halten dort heute noch Zeremonien ab.
  • Die gewaltigen Steine gelten als lebendige Wesen.

18. Sarakuna – Heilige Pflanzen

→ Sarakuna sind alle Pflanzen, die spirituell oder medizinisch genutzt werden.

  • Dazu gehören Koka, Tabak, Wachuma (San Pedro) und andere.
  • Ein Sarakuna-Priester arbeitet speziell mit Pflanzenenergie.

19. Suyus – Die vier Provinzen des Inka-Reiches

→ Tahuantinsuyu (das Reich der vier Suyus) war in vier große Gebiete unterteilt:

  • Chinchaysuyu (Norden), Antisuyu (Osten), Qollasuyu (Süden), Kuntisuyu (Westen).
  • Diese Regionen hatten jeweils eigene Traditionen und Energien.

T

1. Tinkuy – Begegnung, ritueller Kampf, Vereinigung

→ Tinkuy hat mehrere Bedeutungen, die alle mit Zusammenkunft oder Konfrontation zu tun haben.

  • Ritueller Kampf: In einigen andinen Dörfern gibt es Tinkuy-Feste, bei denen junge Männer Kämpfe austragen, um soziale Spannungen abzubauen.
  • Spirituelle Bedeutung: Tinkuy ist die harmonische Begegnung von Gegensätzen – Licht und Dunkelheit, Mann und Frau, Vergangenheit und Zukunft.
  • In Zeremonien wird Tinkuy als Symbol für Balance und Versöhnung genutzt.

2. Tayta – Vater, Ältester, Respektperson

→ Tayta bedeutet „Vater“, wird aber auch für hoch angesehene Männer oder spirituelle Führer verwendet.

  • Tayta Inti (Vater Sonne) ist eine der wichtigsten Gottheiten in der andinen Kosmovision.
  • Spirituelle Heiler werden oft „Tayta“ genannt, besonders in Bolivien.
  • In Zeremonien ruft man Tayta Apus an, um Schutz und Führung zu erbitten.

3. Tuta – Nacht, Dunkelheit, spirituelle Zeit

→ Tuta bedeutet „Nacht“, aber hat eine tiefe spirituelle Bedeutung.

  • Die Nacht ist eine Zeit für Träume, Heilung und spirituelle Reisen.
  • Schamanen nutzen Tuta für Zeremonien mit Pflanzenmedizin wie Wachuma oder Ayahuasca.
  • Die Dunkelheit (Tuta) ist nicht negativ – sie ist eine Quelle der Erkenntnis.

4. Taki – Lied, Musik, heilender Gesang

→ Taki ist das Wort für Lied oder Musik, besonders für rituelle Gesänge.

  • In Zeremonien werden spezielle Lieder gesungen, um Energien zu lenken.
  • Ein „Takiy“ kann auch ein Heilgesang sein, mit dem Krankheiten vertrieben werden.
  • In der Paqo-Tradition gibt es den „Taki Onqoy“, eine Bewegung, die Musik als Heilmittel einsetzt.

5. Taypi – Mitte, Gleichgewicht, Zentrum

→ Taypi ist das Zentrum, der Punkt, an dem sich Gegensätze ausgleichen.

  • In der Kosmovision sind Orte wie „Taypiqhawarina“ (Zentrum der Sicht) heilige Punkte der Harmonie.
  • Taypi beschreibt auch das Herz als energetische Mitte.

6. T’ikariy – Blüte, spirituelles Wachstum

→ T’ikariy bedeutet „aufblühen“ oder „sich entwickeln“.

  • Spirituell beschreibt es den Prozess der Erleuchtung oder des Erwachens.
  • Blumen werden oft als Opfergaben für Pachamama genutzt, um Wachstum zu symbolisieren.

7. Tawa – Vier, heilige Zahl in der andinen Kosmovision

→ Tawa bedeutet „vier“ und ist eine bedeutende Zahl im andinen Denken.

  • Das Inka-Reich war in vier Suyus (Regionen) unterteilt.
  • Es gibt vier Hauptrichtungen und vier Elemente.
  • In Ritualen wird oft mit vier Opfergaben oder vier Steinen gearbeitet.

8. T’iksi Muyu – Kosmos, das Universum

→ T’iksi Muyu ist das Konzept des geordneten Universums in der andinen Kosmovision.

  • Es beschreibt das Gleichgewicht der drei Welten (Hanan Pacha, Kay Pacha, Uku Pacha).
  • Schamanen arbeiten mit dem T’iksi Muyu, um kosmische Harmonie herzustellen.

9. Tampu – Rastplatz, spirituelle Zwischenstation

→ Tampu waren Rastplätze entlang der Inka-Straßen (Qhapaq Ñan).

  • Viele dieser Orte hatten auch spirituelle Bedeutung als Energiepunkte.
  • Ein spiritueller „Tampu“ ist ein Moment der Reflexion und des Innehaltens.

10. T’uqtu – Herz, Zentrum der Emotionen

→ T’uqtu bedeutet „Herz“, aber auch „spirituelle Mitte“.

  • Schamanen sagen, dass Heilung im Herzen beginnt, nicht nur im Körper.
  • In der andinen Medizin wird das Herz als Speicher von Energie und Erinnerungen gesehen.

11. T’anta – Brot, heiliges Nahrungsmittel

→ T’anta bedeutet „Brot“, das in vielen Zeremonien als Opfergabe genutzt wird.

  • Zu Allerheiligen backen Anden-Gemeinschaften „T’anta Wawas“ (Brotfiguren) für die Ahnen.
  • Es symbolisiert Nahrung und spirituelle Verbindung.

12. T’iksi – Gleichgewicht, Harmonie

→ T’iksi beschreibt den idealen Zustand von Ausgeglichenheit.

  • Ein Mensch, der in T’iksi lebt, ist gesund, zentriert und voller Sami (guter Energie).

13. Tinkunakuy – Begegnung, Wiedersehen

→ Ein rituelles Treffen zwischen Menschen, oft mit Tanz oder Musik.

  • Wird auch als Heilungsprozess betrachtet, wenn Menschen wieder zueinander finden.

14. Tupay – Zusammenstoßen, Kampf, Begegnung

→ Kann sich auf physische Kämpfe oder symbolische Herausforderungen beziehen.

  • In manchen Ritualen müssen Menschen einen „Tupay“ durchleben, um innere Hindernisse zu überwinden.

15. Tukuy – Alles, das Ganze

→ Beschreibt die Vollständigkeit oder Ganzheit eines Menschen oder eines Zustands.

  • „Tukuy Munayniykunapaq“ bedeutet „mit Liebe für alle“.

16. Tariy – Entdeckung, Erkenntnis

→ Der Moment, in dem jemand spirituelle Wahrheit oder Wissen entdeckt.

  • Wird oft mit Visionen oder Erleuchtungserlebnissen verbunden.

17. Tinku – Vereinigung durch Konfrontation

→ In der andinen Tradition gibt es das „Tinku“-Ritual, bei dem sich zwei Gruppen bekämpfen, um Balance herzustellen.

  • Heute wird es symbolisch als Ausdruck von Reinigung und Neubeginn betrachtet.

18. T’ikay – Blume, Reinheit

→ Steht für Wachstum, Schönheit und spirituelle Erneuerung.

  • Wird oft als Opfergabe verwendet.

19. Tukuy Yachay – Universelles Wissen

→ Die Gesamtheit des Wissens, das aus der Kosmovision stammt.

  • Schamanen streben danach, „Tukuy Yachay“ zu erreichen.

U

1. Uku Pacha – Unterwelt, spirituelle Tiefenwelt

→ Uku Pacha ist die Welt unter der Erde, eine der drei andinen Dimensionen.

  • Es ist die Welt der Ahnen, der verborgenen Kräfte und der Transformation.
  • Die Schlange (Amaru) ist das Totemtier von Uku Pacha.
  • In Zeremonien wird Uku Pacha betreten, um Heilung oder Erkenntnisse zu gewinnen.

2. Unquy – Krankheit, energetisches Ungleichgewicht

→ Unquy bedeutet Krankheit, aber im andinen Denken ist es mehr als nur ein körperliches Problem.

  • Krankheit ist oft eine Folge eines energetischen Ungleichgewichts.
  • Heiler nutzen Rituale, um Unquy aus dem Körper zu entfernen.
  • Es gibt auch den „Unquy Onqoy“ – eine historische Bewegung der spirituellen Heilung.

3. Uña – Kleines Kind, Symbol für Reinheit

→ Uña bedeutet Kind, aber es hat eine tiefe spirituelle Bedeutung.

  • Kinder gelten als rein, weil sie noch stark mit der spirituellen Welt verbunden sind.
  • In manchen Ritualen wird ein „Uña“-Symbol benutzt, um neue Projekte oder Lebensphasen zu segnen.

4. Uyariy – Hören, spirituelles Zuhören

→ Uyariy bedeutet „zuhören“, aber es ist auch die Kunst, auf die Natur und die Geister zu hören.

  • Ein guter Paqo muss Uyariy beherrschen, um Zeichen zu erkennen.
  • Wird in Zeremonien genutzt, um Botschaften von den Ahnen oder der Natur zu empfangen.

5. Uchuy – Klein, bescheiden

→ Uchuy bedeutet klein, aber im spirituellen Sinne steht es für Demut.

  • Ein „Uchuy Runa“ ist eine bescheidene, aber weise Person.
  • Die größten Erkenntnisse kommen oft aus den kleinsten Erfahrungen.

6. Uraqi – Erde, Boden, Heimat

→ Uraqi ist nicht nur der Boden, sondern das Land, aus dem man stammt.

  • In den Anden ist die Verbindung zum Uraqi heilig.
  • Ein Mensch ohne Uraqi (Wurzeln) gilt als verloren.

7. Upyay – Trinken, rituelle Aufnahme

→ Upyay bedeutet trinken, aber auch spirituell etwas aufnehmen.

  • In Zeremonien wird Chicha oder heiliges Wasser getrunken, um Verbindung zur Natur herzustellen.
  • Upyay kann auch bedeuten, Wissen oder Energie aufzunehmen.

8. Uya – Gesicht, Spiegel der Seele

→ Das Gesicht (Uya) zeigt nicht nur Emotionen, sondern auch den spirituellen Zustand eines Menschen.

  • Schamanen lesen Gesichter, um die Energie einer Person zu verstehen.
  • In der Quechua-Kultur gibt es das Sprichwort „Uya maskay“ – „suche das wahre Gesicht“.

9. Utku – Baumwolle, heilige Pflanze

→ Utku war eine der wichtigsten Pflanzen für die Inka.

  • Sie wurde für Kleidung, aber auch für rituelle Gegenstände genutzt.
  • Ein weißes Baumwolltuch kann in Zeremonien Reinheit symbolisieren.

10. Uñay – Wissen, Erinnerung

→ Uñay bedeutet Wissen, besonders das alte Wissen der Ahnen.

  • Schamanen bewahren Uñay durch Erzählungen und Zeremonien.
  • Ein Mensch ohne Uñay gilt als „verloren in der Zeit“.

11. Urqu – Berg, heilige männliche Energie

→ Urqu ist ein anderes Wort für Apu (heiliger Berg).

  • In der Kosmovision steht Urqu für Schutz, Kraft und Führung.
  • Manche Apus haben sowohl eine männliche als auch eine weibliche Seite.

12. Uchu – Chili, feuriges Element

→ Uchu ist nicht nur Chili, sondern auch ein Symbol für Feuer und Transformation.

  • Wird in Speisen als heiliges Gewürz verwendet.
  • In einigen Ritualen wird Uchu genutzt, um negative Energie zu vertreiben.

13. Uru – Morgendämmerung, Neubeginn

→ Uru beschreibt die Zeit kurz vor Sonnenaufgang, die als besonders heilig gilt.

  • In manchen Ritualen steht Uru für den Beginn eines neuen Lebensabschnitts.
  • Die Uru-Kultur am Titicaca-See trägt diesen Namen, weil sie als „die ersten Sonnenmenschen“ gelten.

14. Uqulla – Mantel, Schutz

→ Ein Uqulla ist ein traditioneller Poncho oder Mantel, der auch spirituellen Schutz bieten kann.

  • Schamanen tragen oft spezielle Uqullas in Ritualen.
  • Manche Uqullas werden mit Symbolen bestickt, um Energie zu verstärken.

15. Uru Uru – Zyklus des Lebens

→ Dieses Wort beschreibt die ewige Wiederholung von Geburt, Tod und Wiedergeburt.

  • In der Kosmovision gibt es keinen endgültigen Tod – alles kehrt zurück.
  • Wird in Zeremonien genutzt, um das Ende und den Neubeginn zu markieren.

Y

1. Yachay – Wissen, Weisheit

→ Yachay bedeutet nicht nur Wissen im intellektuellen Sinn, sondern spirituelles und kosmisches Wissen.

  • Die Weisen der Anden (Paqos) werden als „Yachayniq Runa“ (Menschen des Wissens) bezeichnet.
  • In der Inka-Zeit wurden Schulen (Yachay Wasi) gegründet, um heiliges Wissen weiterzugeben.
  • Schamanen sammeln Yachay durch Erfahrung, Meditation und Visionen.

2. Yanantin – Gegensätzliches Gleichgewicht

→ Yanantin beschreibt das Prinzip der Dualität und Harmonie in der andinen Kosmovision.

  • Alles in der Natur existiert in Gegensätzen: Tag und Nacht, Mann und Frau, Sonne und Mond.
  • Heilung bedeutet oft, das Yanantin zwischen Gegensätzen wiederherzustellen.
  • Wird in Zeremonien genutzt, um Harmonie zwischen zwei Kräften zu bringen.

3. Yatiri – Heiler, Schamane

→ Ein Yatiri ist ein Heiler, der mit Kräutern, Energiearbeit und Wahrsagung arbeitet.

  • Besonders in Bolivien sind Yatiris als Heiler und Wahrsager bekannt.
  • Sie lesen oft Kokablätter, um in die Zukunft zu blicken.
  • Ein fortgeschrittener Yatiri kann auch mit den Ahnen kommunizieren.

4. Yana – Schwarz, Nacht, Schutzfarbe

→ Yana bedeutet „schwarz“, aber es ist auch eine Schutzfarbe in Zeremonien.

  • Schwarze Kleidung wird oft von Schamanen getragen, um negative Energie abzuwehren.
  • In manchen Ritualen werden schwarze Steine als Schutzamulette verwendet.

5. Yupana – Inka-Rechenbrett, mathematisches Wissen

→ Die Yupana war eine Art Rechenhilfe, die von den Inka genutzt wurde.

  • Sie zeigt, dass die Inka eine ausgeprägte Mathematik-Kultur hatten.
  • Manche sagen, dass sie spirituelle Bedeutung hatte – Zahlen waren heilig.

6. Yuraq – Weiß, Reinheit, Klarheit

→ Yuraq bedeutet „weiß“ und symbolisiert Licht, Reinheit und Spiritualität.

  • In Zeremonien wird weiße Kleidung oft getragen, um spirituelle Klarheit zu betonen.
  • Der Schnee auf den Gipfeln der Apus wird als Yuraq Apu (weißer heiliger Berg) verehrt.

7. Yachaq – Wissender, Seher

→ Ein Yachaq ist eine Person, die tiefes Wissen besitzt – ein Weiser oder ein Schamane.

  • Es gibt viele Arten von Yachaq – Heiler, Orakel, Lehrer.
  • Die höchste Form eines Yachaq ist jemand, der das kosmische Wissen (Tukuy Yachay) versteht.

8. Yapu – Gepflügtes Land, fruchtbares Feld

→ Yapu ist ein Stück Land, das bewirtschaftet wird – es symbolisiert Leben und Nahrung.

  • In Zeremonien wird Yapu oft gesegnet, bevor gepflanzt wird.
  • Ein fruchtbares Yapu ist ein Zeichen für gute Verbindung mit Pachamama.

9. Yachay Wasi – Haus des Wissens (Schule, Tempel)

→ Die Inka gründeten Yachay Wasis als Zentren für Wissen und spirituelle Schulung.

  • Hier wurden zukünftige Priester, Heiler und Führungspersonen ausgebildet.
  • Auch heute nutzen spirituelle Lehrer diesen Begriff für Orte des Lernens.

10. Yuyay – Erinnerung, Bewusstsein

→ Yuyay bedeutet sowohl Erinnerung als auch spirituelles Bewusstsein.

  • In Zeremonien wird oft Yuyay gerufen, um an die Ahnen zu erinnern.
  • Eine Person mit starkem Yuyay hat tiefe Weisheit und ein gutes Gedächtnis.

11. Yanapay – Hilfe, Unterstützung

→ Yanapay ist ein wichtiges Prinzip der andinen Kultur – gegenseitige Hilfe und Solidarität.

  • Jemand, der Yanapay gibt, hilft ohne Erwartung von Gegenleistung.
  • Viele indigene Organisationen nutzen diesen Begriff für soziale Projekte.

12. Yana Pacha – Die Welt der Dunkelheit und des Unbekannten

→ Ein anderer Name für die spirituelle Unterwelt – mit tiefer mystischer Bedeutung.

  • Es ist nicht nur negativ – es ist auch der Ort, wo Transformation geschieht.
  • Schamanen betreten Yana Pacha in Trancen oder Zeremonien.

13. Yachaq Simin – Die Sprache der Wissenden

→ Bezeichnet die alte, rituelle Sprache der spirituellen Lehrer.

  • Wird in manchen Zeremonien gesprochen, um heilige Energien zu aktivieren.

14. Yuraq Runa – Der „weiße Mensch“ (aber auch spirituelle Bedeutung)

→ Manchmal für Nicht-Indigene genutzt, aber auch für Menschen mit „reiner Energie“.

  • In spirituellen Zeremonien kann jemand mit Yuraq Runa als jemand gelten, der eine hohe spirituelle Schwingung hat.

15. Yana Killa – Der schwarze Mond

→ Eine spezielle Bezeichnung für Neumond-Zeremonien.

  • Wird in bestimmten Ritualen zur Reinigung genutzt.

Z

1. Zaramama – Göttin des Maises, Fruchtbarkeitsgeist

→ Zaramama (wörtlich „Mutter Mais“) ist eine der wichtigsten landwirtschaftlichen Gottheiten der Anden.

  • Sie wird oft mit Pachamama verbunden, da Mais eines der heiligen Nahrungsmittel ist.
  • In Erntezeremonien werden Maiskolben als Opfergaben genutzt.
  • Ein besonders geformter Maiskolben (mit ungewöhnlicher Form oder vielen Körnern) gilt als Verkörperung von Zaramama.

2. Zaña – Rhythmus, Trommelklang, Musik der Ahnen

→ Zaña steht für heiligen Klang, oft Trommelrhythmen, die in Ritualen gespielt werden.

  • Es gibt alte Trommelzeremonien, in denen mit Zaña-Geistwesen kommuniziert wird.
  • Viele indigene Tänze enthalten Zaña-Rhythmen zur Verbindung mit den Ahnen.

3. Zapa – Allein, einzeln, einzigartig

→ Zapa bedeutet „allein“, aber auch „einzigartig“ in spiritueller Hinsicht.

  • In schamanischen Einweihungen gibt es oft eine Phase des „Zapa-Kawsay“ – der Einsamkeit, um Weisheit zu erlangen.
  • Ein „Zapa Runa“ ist eine Person, die spirituell unabhängig ist.

4. Zorri – Fuchs, Trickster-Figur der Mythologie

→ Der Zorri (Fuchs) ist in vielen andinen Mythen eine schlaue, aber zwiespältige Figur.

  • Er wird oft als Bote zwischen den Welten gesehen.
  • Manche Legenden erzählen, dass Zorri den Menschen das Feuer brachte.

5. Zampoña – Andine Panflöte, heiliges Instrument

→ Zampoñas sind traditionelle Blasinstrumente, die eine tiefe spirituelle Bedeutung haben.

  • In der Kosmovision gilt ihre Musik als Verbindung zwischen den Welten.
  • In rituellen Tänzen werden sie zur Ehrerbietung für Pachamama und die Apus gespielt.

6. Zuyay – Klarheit, Reinheit, Erleuchtung

→ Zuyay beschreibt einen Zustand von spiritueller Reinheit und Weisheit.

  • Wenn jemand Zuyay erreicht, hat er eine klare Sicht auf das Leben.
  • In manchen Zeremonien wird weißes Licht oder Wasser genutzt, um Zuyay zu fördern.

7. Zupay (auch Supay) – Geistwesen, Gottheit der Unterwelt

→ Zupay ist eine ambivalente Figur – in manchen Mythen ein Dämon, in anderen ein mächtiger Gott.

  • In Zeremonien kann er herausfordernde Lektionen bringen.
  • Im traditionellen Andentanz „Diablada“ (Teufelstanz) wird er als Herr der Unterwelt dargestellt.

8. Zanka – Bergkette, symbolisiert Stärke und Schutz

→ Eine Zanka ist eine Kette von Bergen, die als spirituelles Rückgrat eines Landes gesehen wird.

  • Viele Zankas enthalten heilige Apus (Berggeister).
  • Schamanen reisen oft zu bestimmten Zankas für Visionssuchen.

9. Zinga – Wellenbewegung, Energiefluss

→ Beschreibt eine wellenförmige Bewegung, wie Energie oder Wasser, die Leben bringt.

  • In spirituellen Praktiken symbolisiert Zinga das fließende Gleichgewicht.
  • Wird oft mit Musik oder Tanz kombiniert, um Harmonie herzustellen.

10. Zullay – Übergang, Veränderung

→ Zullay bezeichnet eine Phase des Wandels – oft eine Zeit der Unsicherheit, aber auch der Möglichkeit.

  • In der Kosmovision sind Zullay-Momente wichtig für Wachstum.
  • In manchen Ritualen wird eine symbolische Tür durchschritten, um Zullay zu markieren.

11. Zaphi – Wurzel, Basis eines Wesens

→ Zaphi ist ähnlich wie Saphi (Wurzel), beschreibt aber auch die geistige Grundlage eines Menschen.

  • Ein Mensch ohne Zaphi ist verloren oder orientierungslos.
  • Schamanen helfen, die Verbindung zu den eigenen Wurzeln wiederherzustellen.

12. Zuntay – Schicksal, vorherbestimmter Weg

→ Beschreibt den spirituellen Pfad, den jemand in seinem Leben beschreiten soll.

  • Manche Seher können das Zuntay einer Person durch Kokablätter oder Träume erkennen.
  • Wer sein Zuntay ignoriert, erlebt oft Unruhe und Blockaden.

Das  traditionelle Wissen der Q’eros über die spirituelle Tradition der Inka

Die Q’eros leben abgelegen in den Hochanden von Peru. Aus diesem Grund der Abgeschiedenheit wurde das spirituelle Wissen der Inka bis zur heutigen Zeit bewahrt. jetzt ist dieses enorme Wissen wieder zugänglich und aktueller denn je. Die westliche Welt hat auch aus historischen Gründen heraus das Wissen unserer Vorfahren  bezüglich der kosmischen Gesetzen verloren. Dieses Wissen um die Harmonie im Universum wird von den Q´eros  mit Bescheidenheit, Respekt und einer natürlichen Selbstverständlichkeit im Alltag gelebt.

Kausay – Kosmos aus lebendiger Energie

In der Kosmologie der Inka besteht die Welt aus lebendiger, leichter Energie, Alles ist mit Allem verbunden. Diese lebendige Energie wird Kausay genannt und ist mit dem aus der indischen Tradition “Prana” der fernöstlichen Tradition “Chi” oder “Ki” vergleichbar, oder dem Alleins.

Sami und Hucha – leichte und schwere Energie

Kausay, die lebendige Energie, kann sich für uns leicht oder schwer anfühlen.

Sami ist leichte, lebendige Energie und

Hucha ist schwere Energie.

Sami fühlt sich leicht, unbeschwert und fließend an. Das Gefühl ist sehr angenehm.

Hucha ist keine negative Energie, diese Wertung/Bewertung ist in der andinen Tradition nicht gebräuchlich.

Hucha bedeutet, dass die Energie derzeit nicht fliesst oder in mir stockt. Daher befinde ich mich nicht im Fluss der Energie. Es wird aber gelehrt, dass man jederzeit damit umgehen kann, damit sich keine Krankheiten entwickeln (ein gesunder Geist in einem gesunden Körper), und/oder Lebensprobleme in den verschiedenen Lebensbereichen entstehen können oder bestehen.

Die beiden wichtigsten Grundübungen der andinen Tradition sind: Saminchakuy und Saywachakuy  , Prof. Juan Nunez del Prado nennt es „die Übungen für Kinder“ in den Anden.

So einfach wie sie umzusetzen sind, so effektiv und kraftvoll können sie uns unterstützen, wenn sie regelmäßig und bei Bedarf angewendet werden.

Sie dienen zur Reinigung und Stärkung der Inneren Welt. Sie lassen uns die Fülle in uns erfahren und legen unseren inneren Wesenskern – in der Tradition der Q´eros „Inka – Samen“ , auch der „göttliche Funke „ in der westlichen Welt genannt,  frei, um in Einklang mit unseren Bestimmungen und Kompetenzen aktiv handeln zu können.

Uku Pacha – Untere Welt

bedeutet auf Quechua, der alten Sprache der Inka, „Untere Welt“. Die Erde kann jede Art von schwere Energie transformieren, nichts ist zu schwer für sie. Mutter Erde nimmt die schwere Energie und transformiert sie in leichte Energie. Hier nehme ich sehr gerne den Vergleich des kompostieren. Durch das Abgeben von „Abfall“entsteht durch kompostieren fruchtbarer Kompost, der mit seiner immensen Kraft neues Leben gibt und bestehendes Leben düngt, sprich die vorhandene Erde bereichert um den Pflanzen die Kraft zu geben zu wachsen und reich Früchte zu tragen. Meine Lehrer sagen gerne: „nichts ist zu schwer, Mutter Erde freut sich darauf, für sie ist es ein leckeres Desert.“

In der Unteren Welt gibt es viele Energien oder Wesen. Es gibt eine Übung, mit der wir in die untere Welt gehen und um gewisse Dinge bitten. Wir bieten im Austausch Geschenke an. Ein wenig erinnert es an die Sagen von Siegfried und König Alberich aus dem Nibelungenlied.  Prof. Juan Nunez del Prado und sein Sohn Ivan Nunez del Prado berichteten über diese Wesen, dass sie nicht um den materiellen Wert von Dingen wissen, somit können wir mit Ihnen verhandeln, besser noch, wir lassen unsere Helfer mit ihnen verhandeln.

Kay Pacha – Mittlere Welt

bedeutet auf Quechua, der alten Sprache der Inka, „Mittlere Welt“. Die Mittlere Welt ist die Welt in der wir leben, die Welt unserer Erfahrungen. Sie repräsentiert “wer wir sind”. In der Mittleren Welt erfahren wir unsere schwere Energie (Sorgen und Ängste), unsere Gaben und unsere Essenz, von der wir stammen. In der Inkatradition ist die Sonne unser Vater, wir sind Kinder der Sonne. Das heißt unser Ursprung ist das Licht. Und alles was vom Licht kommt ist lebendig.
Daher sind wir nicht auf der Erde uns zu verurteilen, sondern unsere Gaben und Träume in dieser Realität zu verwirklichen. Damit wir das tun können, ist es wichtig die schwere Energie abzugeben.

Wenn wir erkannt haben, wer wir sind, erkennen wir, dass wir eins mit dem Kosmos sind.

Das Symboltier für diese Welt ist der Puma. Der Puma hat viele Bedeutungen. Eine der großen Lehren des Puma ist, dass es das Tier mit dem kleinsten Ego ist. Der Puma hat keinen Wunsch, gesehen zu werden. Er tut, was nötig ist für sein Überleben und sucht nicht die Aufmerksamkeit von anderen. Man sieht den Puma nicht, sondern nur das Ergebnis dessen wo er war.

In der der mittleren Welt lernen wir nach den kosmischen Gesetzen zu leben. Ich bezeichne es gerne als Aktion = Reaktion

Hanaq Pacha – Obere Welt

bedeutet auf Quechua, der alten Sprache der Inka, „Obere Welt“, die Welt des Lichts, des Göttlichen.

Die Apukunas (Spirits der Berge) befinden sich in der vielschichtigen Oberen Welt ebenso wie Jesus, Mutter Maria, Maria Magdalena , oder die Heiligen aus der christlichen oder jeder anderen Tradition das Äquivalent . Daher fiel es den Inka im 16. Jhd. nicht schwer, als die Spanier in ihr Land kamen, die christlichen Vorstellungen in ihr Weltbild zu integrieren.

Das Herz öffnet sich, man ist im Munay (Liebe und Wille), wenn man Ayni mit den Menschen und der Umwelt, der Natur, im Gleichgewicht von Geben und Nehmen ist.

Apus – die Spirits der Berge

Für die Bewohner der Anden sind die Apus oder Apukunas die wichtigsten Vertreter der Lichtwesen aus der oberen Welt. Apus leben in den Bergen und die Menschen in den Hochanden sprechen täglich mit ihnen. Sie sind eine Brücke zwischen der Mittleren Welt und der Oberen Welt. Die Mensch, Tiere, Pflanzen und Mineralien um einen Berg stehen unter dem Schutz eines Apus.  Mit einem Apu kann jeder Menschen arbeiten, egal ob er in der Nähe oder Ferne ist. Sobald ein Apu gerufen wird, entsteht eine Verbindung. für die Menschen der Anden ist es sehr wichtig, in Harmonie mit den Apus zu leben.

Die Apus (Wächter) sind wie die Ahnen, wie weise Großväter sorgen sie für die Menschen und wollen uns ihr Wissen vermitteln und uns in den verschiedensten Situationen des Lebens helfen..

Die überwiegende Zahl der Apus in den Anden sind männlich, es gibt jedoch auch weibliche Apus.

Teqse Apus – universelle Apus

Neben den Spirits der Berge in den Anden gibt es auch universelle Apus, die überall auf der Erde verfügbar sind. Hierzu zählen laut Prof. Juan Nunez del Prado der Wind, die Sonne, der Mond, das Wasser, die Erde, Jesus und die Hlg. Maria. Diese werden oft in die Anrufungen der Paqos einbezogen.

Die drei Pfade in der Inka Tradition – Munay, Llankay, Jachay

Die drei Pfade als kosmisches Gesetz werden seit der frühesten Zeit weitergegeben. Munay ist der Weg der Liebe, gleich Liebe und Wille, die Liebe für alles was uns umgibt. Llankay ist die Tatkraft oder das Handeln in dieser Realität als eine Segnung unseres individuellen Ausdrucks. Jachay ist Weisheit die wir in uns tragen, die die Öffnung des Herzens für das Verständnis des Kosmos ermöglicht. Munay ist der mittlere Pfad, Llankay der linke Pfad, Jachay der rechte Pfad in der Inka – Tradition.

Prof. Juan Nunez del Prado hatte sehr bedeutende Lehrer auf allen drei Pfaden.

Don Benito Qoriwaman war Meister von Jachay, dem rechten Pfad, dem Pfad von Jachay

Don Andres Espinoza Meister von Munay auf dem mittleren Pfad, dem Pfad von Munay

Don Melchor Deza sein Lehrer auf dem linken Pfad, dem Pfad von Llankay.

Despacho

„Das Despacho ist ein Geschenk – ein Zurückgeben dessen, was wir jeden Tag in unserem Leben erhalten. Wir versuchen, durch die Despacho-Zeremonie eine Brücke zwischen gewöhnlichen und ungewöhnlichen Bereichen zu schlagen, neue Beziehungsmuster und Möglichkeiten zu etablieren. Es stellt eine Verbindung her zwischen unseren drei Interaktionszentren im Kaypacha (dem physischen Universum), unserem Llankay (unserer persönlichen Kraft und Handlungsquelle, die sich in unserem Solarplexus befindet), unserem Munay (die Quelle unserer Liebe, die sich in unserem Herzauge befindet) und unser Yachay (Weisheit, die aus unserer Stirn oder unserem „dritten Auge“ stammt).“

Definition nach Meg Beeler